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Bolivien Zufluchtsort Erfahrung – Mein erster Besuch im Juli 2022

Bolivien Zufluchtsort Erfahrung – Mein erster Besuch im Juli 2022

ein Reisebericht

 

Endlich war es soweit, schon lange habe ich darauf hin gefiebert, den Zufluchtsort in Bolivien, wo ich ja inzwischen schon seit 5 Jahren beteiligt bin, mal selber zu besuchen. Bisher kannte ja auch ich alles nur von Fotos, persönlichen Berichten anderer, und was man halt so hört.

Seit Weihnachten 2021 hatte ich die Tickets, aber bis zuletzt war nicht sicher ob wir die Reise wirklich antreten können. Zum einen wegen der aktuellen Grippe und damit zusammenhängenden Beschwernissen, zum anderen, weil die Wege in Bolivien durch die untypisch starken Regenfälle im Juni in schlechtem Zustand waren. Es war also bis zuletzt nicht sicher, ob wir die 2-tägige Safari zum Zufluchtsort wirklich antreten können.

 

Ankunft in Santa Cruz

 

Am 9. Juli um 4.35 Ortszeit kamen wir in Santa Cruz am Flughafen an. Geflogen sind wir mit Air Europa von München über Madrid, unser Auto stand in München bei unseren deutschen Reisebegleitern, die uns auch eine Abholung vom Flughafen organisierten. Dann gings erst mal ins Hotel.

Im Hotel Buganvillas hatten wir für uns eine Wohnung mit 2 Schlafzimmern gebucht. Ein weiterer Reisebegleiter kam bereits ein paar Tage früher an, und wohnte im Toborochi.

Zu den Hotels in Santa Cruz muss man anmerken, dass die angegebenen Sterne, mit dem was unsereins gewöhnt ist, nicht vergleichbar sind. Man sagt: „Es gibt in Santa Cruz viele teure Hotels, aber keine wirklich guten.“ Ich denke das kommt gut hin.

 

Das Buganvillas

ist ein sehr großer Komplex bestehend aus Eigentumswohnungen und Hotelbereich. Es gibt 3 Pools. Das Spa hatte wegen der Grippe geschlossen.

 

 

Die 110m² Wohnung war sehr groß, zwar alt, aber gut hergerichtet und natürlich klimatisiert. Optimal für uns drei. Wir hatten 2 große Schlafzimmer und 2 Bäder.

Das Frühstücksbuffet war… naja…. zum satt werden hats gereicht, aber wer europäischen Standard sucht wird wohl enttäuscht sein.

Man sagt: „Es gibt in Santa Cruz viele teure Hotels aber keine wirklich guten.“ Wir wussten im Vorhinein, dass wir nicht allzu viel erwarten dürfen, und von daher waren wir trotzdem zufrieden. Gleich nebenan gabs außerdem einen großen Supermarkt.😆

Im Gegensatz zum Frühstück war das Abendessen im Hotel-Restaurant wirklich exzellent! Riesengroße Portionen und sehr gut.

 

 

Den ersten Tag verbrachten wir im Hotel, organisierten uns sämtliche Termine, gingen einkaufen in den Supermarkt nebenan und chillten am Pool. Lernten bei einem Eis in der Eisdiele nebenan die anderen deutschsprachigen Leute kennen, die im Buganvillas derzeit auf Miete wohnten, bis ihr eigenes Zuhause bezugsfertig ist.

 

Tags darauf machten wir einen Ausflug in das Stadtzentrum von Santa Cruz, trafen uns dort mit einem weiteren Reisekollegen, der bereits ein paar Tage früher angereist ist, und besuchten einen der großen Märkte wo es so ziemlich alles zu kaufen gibt.

 

Plaza Principal 24 de Septiembre

Plaza Principal 24 de Septiembre

 

 

 

Hier besorgten wir uns auch eine Handysimkarte um die Apps für die Buslinien verwenden zu können.

In Santa Cruz fahren Unmengen von kleinen Bussen in kurzen Abständen in alle Himmelsrichtungen. Es ist alles per Bus erreichbar. Stationen gibt es keine. Wer mitfahren möchte, hebt einfach am Straßenrand die Hand, dann hält der Bus kurz an und man springt rein. Um 8 Bolivianos kann man soweit mitfahren wie man möchte. Möchte man aussteigen ruft man „Parre“ dann bleibt er stehen und man hüpft raus. Fahrkarten gibt es nicht. Der Fahrer hält einfach die Hand auf und man bezahlt.

 

links im Bild sieht man einen der kleinen Busse

 

Ein junger, gepflegter Bursche war uns im Bus behilflich und zeigte uns am Handy die richtig App für die Buslinien, um unser Ziel, den Platz des 24. September zu finden. Er musste dann aber aussteigen und wir fuhren noch ein Stück weiter. Als wir an der richtigen Stelle, weil Station gibts ja keine, ankamen, riefen die anderen Leute im Bus uns zu, dass wir aussteigen müssen.

Der ganze Bus mühte sich ab, um uns ans Ziel zu bringen. Wir waren ehrlich positiv berührt… Soviel Hilfsbereitschaft auf einmal hat keiner von uns je erlebt. In Wien wäre das unvorstellbar. Eine ganz neue Erfahrung!

 


Deutschsprachige Stammtische

Einen Abend nutzten wir um den Stammtisch des ZO zu besuchen. Bei gutem Essen und Trinken lernten wir dort einige Leute kennen, die derzeit in Santa Cruz wohnen, und auch einige,0 die bereits im ZO leben und mitarbeiten. Die meisten kamen aus Deutschland, es waren aber auch Schweizer dabei.

Es gibt in Santa Cruz mehrere deutschsprachigen Stammtische die regelmäßig abgehalten werden. Deutsch ist die am meisten gesprochene Fremdsprache in Bolivien.

Es gibt auch eine deutsche Schule in Santa Cruz.

 


Die Safari in den Zufluchtsort

Das Flachlandgebiet

 

Mittwoch früh um 6 Uhr ging es dann los. Wir wurden vom Hotel abgeholt und dann ging es mal zügig Richtung Süden auf der Ruta 9 aus der Stadt raus. Unser erstes Ziel war das Flachland. Das ist der letzte Teil der zum Zufluchtsort dazu kam, dort wo auch die Hühnerfarm entsteht. Nach knapp 2 Stunden Fahrzeit bogen wir rechts ab und wir verließen die asphaltierte Hauptstraße. Wie hielten kurz bei einem Nachbarn, durch dessen Gebiet wir dann auch durch mussten.

 

 

 

Auf dem Foto oben sieht man die Einfahrt zum ZO Gebiet. Hier sind viele Zäune und Tore da sehr viel Viehzucht betrieben wird.

 

Auf diesem Foto sieht man sehr schön im Hintergrund die Berge wo sich das Hochplateau vom ZO befindet. Das Flachland und das Hochplateau haben direkten Sichtkontakt und wir schätzen das auf ca. 40 km Luftlinie. Leider gibt es hier aber keine direkte Verbindung. Eine Möglichkeit für die Zukunft wäre eventuell eine Seilbahn oder ein Helikopter.

 

An diesem wunderschönen Lapacho-Baum mussten wir einfach halt machen um ein Foto zu schießen. Man sieht diese Bäume hier zwar überall, aber dieser hier ist wirklich ein selten schönes Exemplar.

 

 

Nach unserer Rundfahrt durch das Flachland Gebiet mussten wir die Ruta 9 wieder zurück bis zur Abzweigung auf die Ruta 7 Richtung Samaipata.


 

Hotel Tropenparadies

Unser nächstes Ziel war das Hotel Tropenparadies, welches sich genau gegenüber von der Einfahrt zum Hochplateau befindet. Die Straße dorthin war durch die Regenfälle in der letzten Regenzeit stellenweise in einem ganz fürchterlichen Zustand und muss neu gemacht werden. Die Fahrt dorthin war schon sehr abenteuerlich, da es auch sehr steil hoch geht. Ich selbst würde dort nicht fahren wollen. Der Platz selbst wo das Hotel steht ist traumhaft.

 

 

Das Hotel ist nicht in Betrieb, da es generalsaniert werden muss. Ein Mitarbeiter wohnt dort und wir wurden herzlich begrüßt und machten Kaffeepause. Meine Jungen hatten vor allem mit den Haustieren sehr viel Freude.

Das ganze Hotel ist aktuell eine große Baustelle. Ursprünglich war es ein Golf Resort. Es liegt direkt an einem See, und das ist ein wirklich traumhaft schöner Platz.  Rund um den See gibt es hübsche, kleine Bungalows.

 

 

Der Zufluchtsort

Am frühen Nachmittag erreichten wir dann das Hochplateau des Zufluchtsortes.

 

 

Unser erstes Ziel war das Pioniershäuschen

Eigentlich ist es eher eine Blockhütte als ein Haus, es wurde mit einfachsten Mitteln gebaut. Das Pioniershäuschen war das „erste Gebäude“ hier oben auf der Hochebene vom Zufluchtsort, daher auch der Name. Komplett abseits der Zivilisation, verfügt es dennoch über Strom per Solaranlage, WC, Dusche mit Warmwasser und Internetanschluß per Satelit.

Brigitte, die Hausherrin, hat uns bereits erwartet. Sie wohnt hier seit einigen Monaten und kümmert sich um die Besucher. Von ihr wurden wir herzlich willkommen geheißen und mit einem Mittagessen verwöhnt. Hier werden wir auch die Nacht verbringen, da die Herberge, welche in Zukunft den Besuchern zur Nächtigung zur Verfügung steht, noch nicht fertig eingerichtet ist.

 

 

Nach dem Essen machten wir noch eine Ausflug durch den Wald zum Bach und weiter zur benachbarten

Baumschule und der Wurmhummusproduktion.

Das rote Gewächs am Foto ist übrigens ein Weihnachtstern.

Am Rückweg gabs noch einen Abstecher zum Wasserfall. Dort gehts 90 m in die Tiefe. Aktuell fließt nur wenig Wasser, und der starke Wind peitscht dieses wieder nach oben. Sieht wirklich originell aus.

 

In gemütlicher Runde ließen wir dann noch den Tag ausklingen und bezogen unser Schlafgemach. Nachts wurde es doch empfindlich kühl, und wir brauchten einige Decken um uns warm zu halten. Dennoch schliefen wir gut mit „Hüttenfeeling“ 😁


 

Nach dem Frühstück gings dann endlich weiter mit unserer Besichtigungstour. Die erste Station war die interne

KFZ Werkstätte

wo die eigenen Gerätschaften wie LKW, Traktoren und Erntegeräte repariert und gewartet werden.

 

Danach gings weiter zur

Ziegelproduktion

wo wir nur einen kurzen Halt an den Brennöfen einlegten. Unser Safarileiter erklärte uns, wie hier mit einem Eisenrad die Ziegel aus dem Lehm geschnitten und dann in den Öfen gebrannt werden. Hier lagern auch zugekaufte Ziegel für die Bauvorhaben.

 

 

Unsere nächste Station war

das Clubhaus

 

Das Clubhaus musste ich mir besonders genau ansehen. Es sind nämlich angebliche Gerüchte im Umlauf, dass das Clubhaus in einem desolaten Zustand sein soll. Risse in der Mauer, schiefe Bodenplatte, halb weggespült vom Regen, etc.

Nun… ich habe es mir genau angesehen. Ich hab vor 30 Jahren selbst mal Haus gebaut, und kann durchaus beurteilen ob ein Haus in Ordnung, oder desolat ist. Trotz meiner Suche, und ich habe wirklich genau geschaut, ich habe hier keinen Riss gefunden!

Das Clubhaus ist groß und wirklich sehr schön. Es steht halt mitten in der Wildnis, und der raue Wind hinterlässt Spuren. Ja, es könnte einen Besen vertragen um den Sand abzukehren. Aber ansonst gibts hier nix auszusetzen. Die hinteren, versperrbaren Räume werden aktuell als Lager benutzt.

 

 

Unser nächster Halt war

die Lebensmittelproduktion 

mit den bunten Silos, der Verarbeitungshalle und den Mitarbeiterwohnungen.

 

 

Die Mitarbeiterwohnungen

sind sehr klein, haben aber alles was man braucht. Eine integrierte Kochecke und ein Badezimmer mit Dusche und WC. Für die Arbeiter, die hier wohnen werden, ist das absolute Luxusklasse. Man muss den Bolivianos aber auch etwas bieten, damit sie gerne bleiben. Die Einstellung zur Arbeit ist in Bolivien etwas anders als bei uns, anderseits würden wir aber auch nicht in einem Zelt leben wollen.

 

 

Vor dem Haus wird gerade eine Grillstation gemauert, hier wird dann Abends zusammen gesessen. Es gibt auch extra WC und Duschräume an der Rückseite des Hauses, die von außen begehbar sind, und eine Gemeinschaftswaschmaschine. Alles in allem wirklich sehr schön.

 

 

Obwohl auch hier rundherum noch Baustelle ist, wohnt bereits ein junges Pärchen aus der Schweiz vorübergehend in einer der Wohnungen. Wir hatten die Beiden schon am Stammtisch in Santa Cruz kennengelernt und freuten uns umso mehr, uns hier unerwartet wieder zu treffen. Besonders ihre Baby-Katzen hatten es meiner Schwiegertochter gleich angetan. Die waren auch wirklich zuckersüß, und meine Jungen wären am liebsten gleich da geblieben.

 

 

Nachdem wir uns mit Müh und Not von den süßen Miezen losgerissen hatte, führte uns unser weitere Weg nur zur

Schreinerei 

Die Schreinerei ist ebenfalls noch in der Aufbauphase, Maschinen mussten geliefert und montiert werden, aber auch hier wurde natürlich schon fleißig gearbeitet, wenn Holz oder Zuschnitte gebraucht wurden.

 

Bauplatz

 

Unsere letzte Station war

der Condorblick

 

Das ist der höchste Punkt des Zufluchtsortes. Der Panoramablick von hier über das Tal ist einfach unbeschreiblich und in Fotos nicht einzufangen.

 

 

Am letzten Foto sieht man eine kleine Baumgruppe, dort entspringt eine Quelle.

Hier oben wird ebenfalls eine Wohnsiedlung entstehen. Allerdings wird diese Siedlung kein eigenes Gemeindehaus haben, sondern in Kombination mit einem Hotel. Auch hier ist ein Freiluftpool geplant, allerdings wird dieser voll verglast, da hier oben ein sehr energischer Wind weht. Aufgrund der Höhe auch der kühlste Ort.

Herzkuh

Heimfahrt

 

 

dieser Artikel ist in Bearbeitung

 

 



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